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AppStore – Zensur Diskussion immer lächerlicher

Heute habe ich mal wieder einen dieser Artikel zur AppStore Zensur in der HAZ gelesen (im Volltext bei Dirk Kirchberg im Blog).  Ich bin ja durchaus ein Freund davon Dinge kritisch zu beleuchten aber der Artikel und die ganze Aufregung um die Tatsache das Apple sich aussucht welche Apps sie in Ihrem Store haben wollen und welche nicht finde ich mehr als lächerlich.

Wer sich bestimmte Sachverhalte in der digitalen Welt schwierig vorstellen kann sollte einmal versuchen eine Analogie in der realen Welt zu suchen. Ich meine, hat sich schon mal jemand darüber aufgeregt das Aldi sich aussucht welche Artikel Sie in Ihren Läden verkaufen? Stellt euch mal so einen Artikel in einer großen deutschen Tageszeitung vor:

Der Schatten des Zensors

Wie kein anders Unternehmen beherrscht Aldi den Markt der Discounter.  Mit dem Verkauf günstiger Lebensmittel hat das Unternehmen anscheinend eine Gelddruckmaschine entdeckt. Die beiden Gründer gehören bereits zu den reichsten Männern in Deutschland. Doch das Warenangebot in den Läden des Unternehmens steht seit Anbeginn unter dem Schatten der Zensur. Denn was in den Supermärkten angeboten wird entscheidet Aldi ganz allein. Und dabei werden nicht nur Beschaffenheit und Funktion der Waren geprüft sondern auch deren Erscheinungsbild. Die Grenzen des engen Regelwerkes sind dabei schnell erreicht. Letztens hat etwa ein Nudelhersteller eine nackte Frau auf einer Nudelverpackung abgebildet – den Artikel hat Aldi sofort und ohne Kommentar aus den Sortiment genommen. Auch beleidigende oder ehrverletzende Motive sind nicht gerne gesehen. Aldi versteht nun mal keinen Spaß wenn es um das seriöse Erscheinungsbild der eigenen Läden geht.

Total lächerlich oder? Was Apple mit dem Zulassungsprozess im AppStore tut hat nichts mit ‘digitaler Zensur’ zu tun. Wenn ich morgen einen Kiosk aufmache und mich entscheide dort keine BILD Zeitung zu verkaufen weil ich nicht möchte das die nackte Dame auf Seite 1 fortan täglich auf meinem Verkaufstresen prangt hat das nichts mit Zensur zu tun. Das hat etwas mit der Gestaltung meines Angebotes zu tun. Vielleicht entscheiden sich ja Kunden die morgens auch nicht so gerne nackte Brüste sehen wollen wenn Sie ihre HAZ kaufen gehen deswegen künftig für meinen Kiosk.

Die strenge Eingangskontrolle im AppStore ist in erster Linie dazu da die Qualität des Angebotes im digitalen App-Kaufhaus von Apple zu sichern. Und jeder der einen Laden betreibt hat das gute Recht zu entscheiden was er da Verkauft. Es wird ja keiner gezwungen sich auf Apples Marktplatz zu begeben – wer mit den Regeln nicht einverstanden ist findet im Android Marketplace einen Platz wo er alles ohne jede Kontrolle anbieten kann. Entsprechend durchwachsen ist das dortige Angebot.

Mit digitaler Zensur hat das alles jedenfalls nichts zu tun denn wie der HAZ Artikel zum Schluss schon ganz richtig anführt: Zugriffe mit dem Webbrowser zensiert Apple nicht, dort kann jeder anbieten was er will. Dank HTML5 müssen die Angebote dort den nativen Apps auch um nicht viel nachstehen. Nur auf die prominenten Top Platzierungen und die Zahlungsdienstleistungen von Apple muss man da natürlich verzichten.

Things für das iPad und die AppStore Preise

Anbieter die in der Vergangenheit schon Software für iPhone, iPod und Mac im Angebot hatten mussten sich beim Bereitstellen der iPad Versionen Ihrer Lösungen für eine von 2 Varianten entscheiden.

Entweder hat man aus der bestehenden iPhone App eine Universelle App gemacht, die die iPad Oberfläche gleich mit enthält, oder man hat eine neue Version der Software in den AppStore gestellt die nur für das iPad ist und sie mit einem Zusatz wie ‘für iPad’ oder ‘HD’ versehen.

Der Vorteil der universellen Variante ist natürlich deren Komfort für den Nutzer. Er wird nicht noch einmal zur Kasse gebeten sonder erhält seine Software als kostenfreies Update und muss auch in Zukunft nur mit einer Version der App hantieren. Dadurch entsteht natürlich dem Entwickler der Nachteil das er nicht erneut Gewinn schöpfen kann.

Die zweite Variante erlaubt es dem Hersteller der Software erneut zu kassieren – eventuell ist das ja durchaus berechtigt – vielleicht hat die iPad App ja sogar neue Funktionen die auf dem kleinen iPhone Schirm keinen Sinn gemacht hätten.

1Password, NewsRack und Deliverystatus Touch gehören zur ersten Kategorie von Apps. Der treue iPhone Kunde hat hier kostenfrei eine iPad Variante seiner Software per Update nachgeliefert bekommen. Das ist natürlich vorbildlich.

Der Goodreader, AirVideo und Articles haben sich für den zweiten Weg entschlossen. Der Goodreader war auch auf dem iPhone immer schon ein 0,79 EUR App und dank der vielen Funktionen Preis/Leistungstechnisch ganz weit vorne. Das der Entwickler nun bei der iPad Version nochmal nach ein paar Cents fragt sollte keinen aufregen. AirVideo ist eine App bei der ich überhaupt nicht nachvollziehen kann warum Sie jemand auf dem iPhone einsetzen soll. Wer schaut schon lange Filme auf dem Display? Bei Articles ist es genau anders herum – auf dem iPhone ist es echt ein prima Wikipedia Client, den braucht man nur auf dem iPad überhaupt nicht da das großen Display und der gute Safari Browser keinerlei Probleme haben die normale Wikipedia Seite darzustellen.

Tja, und dann ist da noch Things, von Cultured Code. Die Aufgabenverwaltung die Bereits vom Mac und dem iPhone bekannt ist. Auch bei Things hat man sich dazu entschlossen die iPad Version separat zu verkaufen – obwohl die iPhone Version mit $10 schon nicht gerade billig ist.

Mit der iPad Version hat man jedoch einen Preis aufgerufen der es würdig ist mal hinterfragt zu werden, Runde $20 Dollar soll man hier für die ans iPad angepasste Benutzeroberfläche zahlen. In meinen Augen ist es das nicht Wert.

Vor einer Woche habe ich eine eMail an das Cultured Code Team geschrieben und wollte wissen wie man zu diesem Preis gekommen ist. Außerdem habe ich wissen wollen wie man das Preis/Leistungs Verhältnis von Things for iPad im eigenen Hause betrachtet. Vor allem im Hinblick auf die iWork Suite von Apple – wo die einzelnen Apps ja so um die $10 liegen und – ohne CulturedCode zu Nahe treten zu wollen – doch in einer anderen Liga spielen als Things.

Das ich mit der Meinung nicht alleine bin sieht man auch an den AppStore Rezensionen von Things for iPad. Hier beschwert sich nahezu jeder Käufer über den Preis – mal eher nebensächlich – mal aber auch deutlich und derbe. Obwohl ich finde das die Rezensionen dazu die falsche Plattform sind spiegelt es jedoch ein eindeutiges Bild der nicht-Akzeptanz wieder.

Eine Antwort habe ich übrigens von CulturedCode noch nicht bekommen – reiche ich natürlich sofort nach falls da noch was kommt.

Update: Habe eine Antwort bekommen die auf einen Kommentar in diesem Blogeintrag verweist. Damit ihr den Kommentar nicht lange suchen müsst zitiere ich:

@many: Pricing is indeed an important topic. We put a lot of consideration into it, and most importantly, tried to make a responsible decision. Responsibility means, above anything else, to take the future into account. I’ll get to that below. Let me start by giving a few facts.

- We couldn’t just simply reuse what we had for the iPhone. We needed to completely rethink the user interface. A lot of work was (and still is) going into this, and this doesn’t include a single line of code. This is purely work on the user interface and user experience.

- The artwork for Things for iPad had to be completely redone. Our designer Christian Krämer created hundreds of design variants of various aspects of the visual design.

- Most of the code is user interface related.

- Four people were working crazy hours, pulling off quite a few all nighters. We even had to hire an external contractor to make it happen.

Now lets talk about the future:

- We are going to aggressively continue the development of the iPad version. We are hiring at this very moment.

- Over time, I expect the user interface code of the iPad version to completely diverge from the iPhone and Mac versions. This is a whole new product for us.

- We need to provide additional technical support. Users of the iPad version will run into iPad-specific issues. We hiring here too.

- People are already telling us that they will use the iPad version as their main app for managing to-dos. In the future we expect less people to be interested in the Mac version anymore.

To summarize, if you want to act responsibly as a software company, you need to make sure you will be able to continue to develop and support your product for years to come. And that is exactly what we are doing.

It is our mission today to make people more productive. And I am doing everything to keep this our goal for the foreseeable future.

Und in den Rezensionen im AppStore finden sich mittlerweile ebenfalls Zitate aus Antworten die User auf Beschwerden erhalten haben.  (iTunes-Web-Link) Unterm Strich finde ich den Preis immer noch viel zu hoch – gerade wenn man ihn mit dem Preis/Leistungsverhältnis anderer Apps vergleicht.

IsoCards bringt alle Kartenspiele aufs iPad

Mit IsoCards könnt ihr jedes beliebige Kartenspieln auf dem iPad spielen. Man kann seine eigenen Karten sogar auf einem gekoppelten iPhone sehen – eine tolle Software. Und auch wenn Ihr noch kein iPad habt solltet ihr Sie jetzt laden da sie nur noch ein paar Tage umsonst sein soll.